17. Januar 2012

Vom edlen Umgang mit Geld: Antoinette Hunziker-Ebneter zu Gast bei Eclat

Wie sieht verantwortliches Handeln im Finanzsystem der Zukunft aus? Am 12. Januar 2012 haben sich rund 80 Gäste bei Eclat eingefunden, um Antoinette Hunziker-Ebneters Ausführungen zu lauschen. Die Finanzexpertin und frühere Chefin der Schweizer Börse zeigte auf, wie der Umgang mit Geld in den letzten Jahrzehnten solide Werte unserer freien Gesellschaft untergraben hat – und blieb optimistisch, was die Zukunft des nachhaltigen Anlegens betrifft.

 



Credit Default Swaps, Nahrungsmittel-Spekulationen, goldene Fallschirme: Die Finanzindustrie scheint in den vergangenen Jahren jegliche Relationen zur Ressource Geld verloren zu haben. Auch das aktuelle Beispiel aus der Teppichetage der Schweizer Notenbank werfe die Frage nach dem edlen Umgang mit Geld auf, so Daniel Zehntner, CEO Eclat, in seiner Einführung zum nunmehr siebten Eclat-Anlass für geistiges Futter.

«Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution vor morgen früh.» Mit diesem Zitat von Henry Ford eröffnete Antoinette Hunziker-Ebneter ihr Referat im Lichthof des Erlenbacher Schärer-Areals. Sie zeigte, wie Geld nicht als Mittel zur Erreichung einer guten und gerechten Gesellschaft eingesetzt wird, sondern die Gesellschaft – und damit auch die Wirtschaft – sich den Renditewünschen der Investoren beugen muss.

Ein nachhaltiges Finanzsystem, so die Kernbotschaft, dient der Gesellschaft und der Umwelt. Es ist Mittel zum Zweck und kein Selbstzweck. Es arbeitet mit angemessenen, transparenten und nachvollziehbaren Prinzipien, gründet auf Kongruenz zwischen Preis und Wert und basiert auf einer verantwortungsbewussten Risikokultur. Es ermöglicht und fordert Verantwortung von allen Beteiligten. Dafür, so Antoinette Hunziker-Ebneter, brauche es einen verbindlichen und wirksamen ordnungspolitischen Rahmen. Der Übergang zu nachhaltiger Lebensqualität müsse von vier globalen Evolutionen ausgehen, die auch Revolutionen sein können: eine neue Zivilgesellschaft als globale Kraft, eine ökosoziale Marktwirtschaft, ein nachhaltiges Finanzsystem und neue Formen sozialer Interaktion. Antoinette Hunziker-Ebneter zeigte sich zuversichtlich, dass wir diesen Wandel noch miterleben werden

 

 

Nach einer Stunde geistiger Nahrung wurde die Aufmerksamkeit auf das leibliche Wohl gelenkt und die entstehenden Diskussionen dazu genutzt, auf das neue Jahr anzustossen.

 

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